Simon Bieri, 69 

«Ich bin nicht der grosse Redner. Etwa 40 Jahre habe in ein und demselben Landwirtschaftsbetrieb gearbeitet. Dort habe ich den Hofherren geholfen und täglich harte Arbeit verrichtet. Alles, was halt zu tun war. Im Sommer war es heiss, im Winter kalt. Ich habe nie wirklich Viel zum Leben gehabt. ‘Aber es hed scho passt’ so wie es war. Als der Betrieb irgendwann aufgegeben wurde war ich bereits im Rentenalter. Es hätte mich wohl kein anderer mehr angestellt. Da war die Frage, wie und wo es nun weitergehen soll. Drum bin ich froh, dass man hier in Rothenburg einen Platz für mich gefunden hat. Denn das hier ist ja kein ‘ganz normales’ Altersheim – zum Glück! Da wäre ich nämlich am falschen Ort. Nur rumsitzen, spazieren und geniessen ist nicht so mein Ding. Ich muss anpacken können – ohne Hof und Tiere würde mir etwas fehlen. Plötzlich irgendwo in der Stadt wohnen? Und den ganzen Tag Autos zählen? ‘Jesses nei! Das wäre nichts für mich. Hier im Hermolingen kann ich im Landwirtschaftsbetrieb mithelfen, der zum Heim gehört. Es ist alles bodenständig und unkompliziert. Anständige Leute führen das Haus und den Hof. Sie schauen gut zu mir. Und ich schaue zu den Kühen, liefere Milch aus, kümmere mich um den Hühnerstall und helfe beim Heuen oder Mäuse fangen. Überall, wo halt was zu tun ist. Das Essen ist tipptopp, ich schätze das sehr – obwohl ich ja kein heikler Cheib bin.»