HArOldine Köchli, 73

«Jetzt ist es bereits eineinhalb Jahre her, seitdem ich hier ‘eingecheckt’ habe. Schon verrückt, wie schnell die Zeit vergeht... Nach zwei Rücken-Operationen und plötzlichen Schwindelanfällen war es mir nicht mehr möglich, meinen Mann zu Hause zu pflegen. Er ist schwer krank, hat Krebs in fortgeschrittenem Stadium – es sieht nicht gut aus. Mein Mann ist deshalb auch hier im Heim, wir wohnen aber in unterschiedlichen Zimmern. Es wäre eine zu grosse Belastung für mich, jede Minute seines Leidens miterleben zu müssen. Die Situation belastet mich, es ist sehr traurig. Aber es ist für mich immerhin beruhigend zu wissen, dass er hier in guten Händen ist und die Betreuung bekommt, die er braucht. Es mag vielleicht etwas ‘übertrieben’ klingen, aber für mich ist es ein Geschenk Gottes, dass ich hier im Dreilinden sein darf. Der Druck ist nicht mehr so gross, die ganze Last etwas weniger schwer geworden und auch ich selber werde bestens umsorgt. Das Heim hier in Rotkreuz ist mein neues Zuhause – und genau so fühlt es sich auch an. Es ist zentral gelegen, hat eine schöne, lebhafte Umgebung und im Haus ist es überall so hell und freundlich. Früher konnte ich mir ein Heim nie so recht vorstellen. Jetzt weiss ich: Vieles ist anders, als man denkt – nämlich viel besser. Ich stamme ursprünglich aus Südafrika und weiss, wie kranke oder betagte Menschen anderswo leben müssen, wenn sie auf Hilfe angewiesen sind. Ich bin dankbar hier zu sein.»