Franz Lustenberger-Koch, 92
und seine Jass-Runde

«Wir haben uns hier im Heim kennen und schätzen gelernt. Bald schon ist daraus eine schöne Freundschaft entstanden. Beim Jassen haben wir’s gemütlich zusammen, können diskutieren und auch mal einen Spruch klopfen – das gehört ja schliesslich dazu! Wir kümmern uns um einander, haben ein offenes Ohr, wenn es einem von uns mal nicht so gut geht. Unsere Kinder haben ja weissgott auch nicht die Zeit, sich ständig um uns ‘Alten’ zu kümmern! Das ist doch verständlich. Sie haben ja auch ihr eigenes Leben, ihre eigene Familie – ihre eigenen Aufgaben und ‘Sörgeli’. Es ist für die Jungen schön zu wissen, dass es uns hier gut geht. – Und, ja, es geht uns wirklich gut. Die Angestellten lesen uns beinah jeden Wunsch vom Mund ab, kümmern sich, nehmen sich Zeit – tagein, tagaus. Das ist nicht selbstverständlich. Natürlich ist der Eintritt ins Heim kein leichter Schritt – gerade, wenn man wie wir zuvor ein schönes, eigenes Zuhause hatte. Mit grossem Garten oder sogar eigenem Hof. Und natürlich sind hier im Heim nicht alle Leute gleich. Gewisse passen einem besser, andere weniger. Aber so war es vorher ja auch: im Dorf, im Quartier oder bei der Arbeit. Man muss halt etwas flexibel sein im Denken und in der Einstellung. Dann ist der Schritt von zu Hause ins Heim gar kein so grosser. Wir haben es schön hier im Entlebuch, wohnen in einer wunderbaren, uns vertrauten Umgebung. Es gibt hier genug Platz für alle. Genügend Freiraum, um so zu leben, wie es einem wohl ist.»