Adolf Schmidli, 89

«Meine Beziehung zum Zentrum Herti ist eine aussergewöhnliche. Ich sass von 1979 bis 1983 im Zuger Kantonsrat, etwas später wurde ich dann Mitglied der Betriebskommission dieses Hauses. Ich habe es also entstehen und sich entwickeln sehen – und mich schon ganz früh für einen Platz hier vormerken lassen. 27 Jahre später war es dann soweit. Meine Frau erlitt einen Hirnschlag, konnte von einem Tag auf den anderen nicht mehr sprechen und ist halbseitig gelähmt. Zuvor haben wir hier im Quartier gewohnt, nur eine Strasse weiter! Deshalb war es für uns immer klar, dass wir unseren letzten Lebensabschnitt falls möglich hier verbringen möchten. Was ich besonders schätze ist, dass wir individuell betreut werden. Meine Frau hat ganz andere Bedürfnisse als ich – das ist hier kein Problem. Wir haben unser eigenes kleines Reich und fühlen uns wohl. In meiner beruflichen Karriere, damals in leitender Funktion bei Landis+Gyr, habe ich viel von der Welt gesehen. Die unterschiedlichen Kulturen haben mich fasziniert. So ist Geschichte zu meinem grossen Hobby geworden. Ich weiss nicht, wie viele Hundert Bücher ich zu Hause hatte! Vor meinem Umzug ins Heim hab ich etwa die Hälfte davon verschenkt oder entsorgt, die hätten nicht alle Platz gehabt hier. Aber ich hab immer noch mehr als genug! Und die Tageszeitung gibts ja auch noch. Es ist schön, dass ich dem Heim damals helfen konnte – und dass das Heim nun meiner Frau und mir hilft. Der Kreis hat sich geschlossen.»