Emma Stöckli, 94

«Im Alter von 92 hatte ich einen Sturz zu Hause. Seither geht’s nicht mehr allein und ich bin auf Pflege angewiesen. Ich habe das Heim hier bereits gekannt – ich bin schon einmal mit meiner Tochter hergekommen und wir haben uns alles in Ruhe angeschaut. Sie sagte damals, Mami, das wäre doch ein schönes Plätzli, wenn es später einmal nicht mehr gehen sollte zu Hause, nicht? – Und sie hatte Recht. Als es soweit war, habe ich mich nicht gefürchtet, sondern gefreut – ganz ehrlich! Es ist doch alles viel einfacher hier. Man kann seine Zeit geniessen, muss sich nicht mehr um die Wäsche kümmern, den Einkauf, das Kochen, das Putzen. Es wird einem alles abgenommen – rüüdig gäbig, dieser Service! Eingewöhnungszeit brauchte ich eigentlich kaum, ich fühlte mich von Anfang an zu Hause hier im St. Johann in Hergiswil. Die Umgebung kannte ich schon bestens, ich komme ja aus Luthern. Das ist gleich nebenan. Meine Kinder besuchen mich regelmässig und wir verbringen gemeinsam schöne Stunden. Manchmal nutze ich das Angebot von Gedächtnistrainings hier im Haus, das tut mir gut! Es gibt sogar einen Vital-Raum. Die Jungen würden wohl ‘Alters-Fitnesscenter’ dazu sagen. Bei schönem Wetter gehe ich gern nach draussen, setze mich auf ein schönes Bänkli und schnöigge in einem Buch. Es leben und arbeiten liebe Leute hier, der Umgang ist sehr fürsorglich. Und das Essen? Das ist fast als würde ich’s selber kochen! Mehr brauche ich nicht mehr in meinem Alter. Ich bin wunschlos glücklich.»